Ösi-Trick bei Kurssetzung des Slaloms geht nach hinten los
Normalerweise ist es ein Vorteil, wenn der eigene Trainer den Lauf setzt. Im 1. Lauf des Olympia-Slaloms der Frauen in Cortina hatte der Österreicher Klaus Mayrhofer die Ehre. Der liess sich für seine Kurssetzung etwas Besonderes einfallen.
Wie schon im Slalom der Team-Kombination, der ebenfalls von einem Österreicher gesteckt wurde, gab es im flachen Teil eine Tor-Kombination, die in beide Richtungen gefahren werden konnten. Entweder konnte man diese mit einem Rechtsschwung beginnen und dann mehr oder weniger gerade hindurch fahren. Oder man fährt gerade hinein und macht den Schwung bei der Ausfahrt.
Damit schlug Mayrhofer seinen eigenen Athletinnen aber ein Schnippchen. Denn die beiden grössten österreichischen Hoffnungen verloren viel Zeit – und hatten ausgerechnet in dieser Schlüsselstelle Probleme. Katharina Truppe verlor 1,64 Sekunden auf die überragende Mikaela Shiffrin und erklärte danach beim ORF: «Die Passage habe ich nicht so gern gehabt. Ich bin froh, dass die jetzt abgehakt ist. Manchen hat sie gepasst, anderen nicht.»
Ihre Landsfrau Katharina Huber fiel 1,55 Sekunden hinter die Führende zurück. «Ich wollte es mit der frechen Linie probieren, das ist ein bisschen zu viel geworden. Da hat es mich ein paar Mal hinten draufgedrückt und ich habe die Linie verloren», sagte sie danach. Die besondere Passage ihres Trainers sei ihr aber gut gelungen: «Die hat ganz gut funktioniert, da war ich bei den Teilpassagen vorne dabei.» Doch auch sie verlor dort etwas Zeit.
Die weiteren Österreicherinnen sind nach dem 1. Lauf noch weiter zurückgebunden. Katharina Gallhuber verlor ausgerechnet im Streckenabschnitt mit der speziellen Tor-Kombination über vier Zehntelsekunden und kam mit 2,57 Sekunden Rückstand als 25. ins Ziel. Lisa Hörhager war als 32. drei Sekunden langsamer als Shiffrin.
Den Schweizerinnen lief es deutlich besser. Camille Rast ist als Vierte nur fünf Hundertstelsekunden hinter dem Podest, Wendy Holdener folgt mit einem um elf Hundertstelsekunden grösseren Rückstand direkt dahinter. Der 2. Lauf beginnt um 13.30 Uhr. (nih)
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